Mobile Tierheilpraxis

Kerstin Hartwigsen

Warum ich in meiner Tierheilpraxis mit Frequenzen arbeite

Warum ich in meiner Tierheilpraxis mit Frequenzen arbeite

und warum das oft erst Lernen möglich macht

Frequenzen sind kein Therapieschlüssel.
Und genau deshalb nutze ich sie in meiner Tierheilpraxis.

Nicht, um Krankheiten zu behandeln.
Nicht, um Training oder Tierarzt zu ersetzen.

Sondern um etwas möglich zu machen, das oft fehlt:
Regulation.

Denn ein Nervensystem unter Dauerstress kann nicht lernen, nicht verarbeiten
und kaum zur Ruhe kommen.

In diesem Beitrag erkläre ich,
warum Frequenzen begleitend unterstützen können,
wo ihre Grenzen liegen
und warum Veränderung oft erst dann beginnt,
wenn das System wieder Sicherheit erlebt.

Vielleicht hast du es schon gemerkt:
In meiner Arbeit geht es selten darum, noch mehr zu tun.

Es geht darum, dass überhaupt wieder etwas möglich wird.

Denn viele Hunde, die als „hibbelig“, „überdreht“, „unruhig“ oder „nicht lernfähig“ beschrieben werden, sind nicht unwillig –
sie sind regulatorisch überfordert.

Und genau da beginnt meine Arbeit.

Dieses Feedback beschreibt subjektive Beobachtungen der Halterin im Alltag.
Es handelt sich nicht um ein Heilversprechen und nicht um eine medizinische Bewertung.

Der Punkt, den viele übersehen

Ein Hund, dessen Nervensystem dauerhaft unter Stress steht,

  • kann schlecht verarbeiten

  • kann kaum Neues lernen

  • kann sich nicht wirklich entspannen

  • reagiert oft über, obwohl „eigentlich nichts los ist“

Dasselbe gilt übrigens für den Menschen am anderen Ende der Leine.

Wenn beide Systeme dauerhaft auf Anspannung laufen,
helfen weder Trainingspläne noch Futterwechsel oder „noch ein Tipp aus dem Internet“.

Warum Frequenzen für mich ein Schlüssel sind

Ich arbeite in meiner Praxis unter anderem mit einem Frequenzgerät (Healy)
nicht als Therapieersatz,
nicht zur Behandlung von Krankheiten,
und nicht mit dem Ziel, Symptome „wegzumachen“.

Sondern als begleitendes Regulations-Tool.

👉 Ziel ist immer:

  • das Nervensystem zu beruhigen

  • innere Anspannung zu reduzieren

  • Reizverarbeitung zu erleichtern Proudly

Erst wenn das System ruhiger ist,
werden Dinge wie Lernen, Umsetzen, Verstehen und Veränderung überhaupt möglich.

Gerade bei sehr sensiblen, schnell hochfahrenden Hunden sehe ich das immer wieder:

Erst mit mehr Ruhe kommt wieder Aufnahmefähigkeit.

Ein wichtiger Punkt: Das betrifft Mensch UND Hund

In der Tierheilpraxis wird oft so getan, als müsste man nur am Hund arbeiten.

Meine Erfahrung ist eine andere.

Sehr häufig ist die innere Unruhe des Menschen
– Sorgen, Druck, Aktionismus, Dauerbeobachtung –
ein entscheidender Faktor im gesamten Prozess.

Frequenzarbeit kann hier helfen, erstmal runterzufahren.
Nicht, um etwas zu „lösen“,
sondern um Raum zu schaffen, damit der Therapieplan greifen kann.

Für wen Frequenzen in meiner Arbeit sinnvoll sind

Ich setze Frequenzen besonders dann begleitend ein, wenn:

  • Hunde sehr reizoffen, nervös oder schnell überfordert sind

  • Lernen oder Training „nicht ankommt“

  • Menschen stark unter Druck stehen oder Angstspiralen entwickeln

  • Stabilität nötig ist, um einen Plan überhaupt halten zu können

👉 Wichtig:
Frequenzen ersetzen keine Therapie, kein Futterkonzept, keine Begleitung.
Sie unterstützen die Regulation, nicht die Steuerung.


„Und kann ich das auch nutzen?“

Diese Frage bekomme ich oft.

Wenn du noch keinen Healy hast und merkst:

„Ich bin selbst ständig unter Strom – und mein Hund auch“

dann kann Frequenzarbeit eine sinnvolle Ergänzung sein.

Wenn du möchtest, kannst du den Healy über mich beziehen.
Nicht, weil man ihn „haben muss“,
sondern weil ich damit arbeite und weiß,
wie er ruhig, begleitend und ohne Aktionismus eingesetzt wird.

Ob das für dich sinnvoll ist, klären wir immer individuell.

Der wichtigste Satz zum Schluss

Wenn du nur eine Sache aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diese:

Ein reguliertes Nervensystem macht Therapie, Lernen und Veränderung erst möglich.

Und genau dafür nutze ich Frequenzen in meiner Arbeit.

Wenn du beim Lesen gemerkt hast:
„Okay… das klingt anders als das, was ich sonst höre“ – dann ist das ein gutes Zeichen.

In meinem Frequenzkraft-Moment nehme ich dich mit
hinter die Kulissen meiner Arbeit mit Frequenzen:
ehrlich, bodenständig und mit vielen Erfahrungsberichten aus der Tierheilpraxis.

🌱 Vielleicht braucht 2026 keinen neuen Vorsatz

🌱 Vielleicht braucht 2026 keinen neuen Vorsatz

Vielleicht braucht es endlich Erlaubnis.

Erlaubnis, aufzuhören zu kämpfen.
Erlaubnis, nicht alles sofort in Ordnung bringen zu müssen.
Erlaubnis, einen Hund zu haben, der gerade nicht „funktioniert“.
Und selbst ein Mensch zu sein, der müde ist.

Ich erlebe so viele Hundemenschen, die jeden Tag versuchen, es richtig zu machen. Sie lesen, recherchieren, wägen ab, entscheiden. Und nachts liegen sie wach mit der Frage: „Was übersehe ich?“

Nicht, weil sie unfähig sind.
Sondern weil sie zu viel tragen.

🐾 Die meisten Hunde, die zu mir kommen, brauchen keine Lösung.

Sie brauchen einen Zustand.

Einen Zustand, in dem der Körper wieder atmen darf.
In dem das Nervensystem nicht permanent Alarm schlägt.
In dem Lernen überhaupt wieder möglich wird.

Und ganz oft gilt das Gleiche für den Menschen am anderen Ende der Leine.

2026 muss kein Jahr sein, in dem du dich weiter optimierst. Vielleicht darf es das Jahr sein, in dem du aufhörst, dich zu überfordern. In dem du beginnst, genauer hinzuspüren, was gerade wirklich hilft – und was nur zusätzlichen Druck macht.

🤍 Ich verspreche dir nichts.

Aber ich lasse dich nicht allein.

Ich arbeite nicht mit schnellen Antworten. Ich arbeite mit Einordnung, mit Orientierung, mit dem Wissen, dass es Situationen gibt, in denen „noch mehr tun“ alles nur schlimmer macht.

Deshalb beginne ich mit etwas, das viele unterschätzen: Ruhe.

Frequenzen sind für mich kein Zauber. Sie sind auch kein Ersatz für alles andere. Aber sie können etwas sehr Wertvolles tun: Sie nehmen Druck aus dem System, sie schaffen Ordnung, wo gerade Chaos ist, und sie geben Raum – für Hund und Mensch.

Nicht einmal. Nicht spektakulär.
Sondern begleitend, wiederholend, verlässlich.

🌿 Ein guter Vorsatz für 2026 könnte sein:

Nicht mehr alles alleine entscheiden zu müssen.
Nicht ständig zu zweifeln.
Nicht jedes Symptom als persönliches Versagen zu lesen.

Sondern dir Unterstützung zu holen, die leise wirkt. Die nicht fordert, nicht antreibt, nicht überrollt. Sondern trägt.


✨ Vielleicht ist das Mutigste,

was du 2026 für deinen Hund tun kannst, erst einmal bei dir anzukommen.

Nicht perfekt.
Nicht fertig.
Aber ehrlich.

Wenn du spürst, dass dich diese Art zu arbeiten berührt, dann weißt du, dass du nicht zufällig hier gelandet bist.

Kein Druck.
Keine Versprechen.
Aber ein klarer Anfang.

Erst Ruhe.
Dann alles andere.

Kerstin

Tränen, Chakren, Affirmationen & Verlust

Tränen, Chakren, Affirmationen & Verlust

Gestern Abend habe ich wieder eine Aura-Analyse gemacht. 

Die Affirmation dazu – eigentlich so simpel – und doch so schwer greifbar in diesem Moment: zwischen funktionieren und tiefem Absturz.

Ich weiß gerade nicht, was ich brauche – aber bitte, hilf mir, es zu erkennen.

Mein Wurzelchakra war fast nicht da, und genauso hat es sich angefühlt: als hätte mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen.

Dazu kamen die Öle – und es ist verrückt, wie sie alle fünf so klar den Punkt getroffen haben. Balance für meine Emotionen, Stärkung für meine Verbindung, Aufrichtung inmitten von diesem Chaos. Es tat gut, auch wenn es schmerzhaft war, in den Spiegel zu schauen.

Und dann habe ich mir ein Herz gefasst und gesprochen. Einfach draufgedrückt, aufgenommen, mit Tränen in der Stimme, Pausen dazwischen, manchmal gar keine Worte. Früher hätte ich mich geschämt, das zu zeigen. Ein erwachsener Mensch, der nicht mal einen Satz zu Ende bringt. Aber diesmal habe ich es veröffentlicht. So wie es war: roh, ungeschminkt, echt. Es war mein Mutmoment – und vielleicht schenkt es auch anderen Mut.

Es hat gut getan. Wie immer. Aber da war so eine Unruhe, so ein fetter Klumpen in meinem Magen, so viele Emotionen.

Also hab ich meine HandPan raus geholt, auf die Terrasse. An sich wollte ich von Malte Marten den „Polyrhythm“ üben, bin dann aber schnell abgeschweift. Intuitiv, war da ein Songtitel, ein WISSEN.

Das wird Teil von Mannis Abschied auf dem Friedwald.

The Sound of Silence. Zuerst die neuere Version, die mir immer im Kopf ist. Aber dann dachte ich an das Original von Simon & Garfunkel – Manni mochte das Lied. Er hätte gelächelt.

Tränen, Chakren, Affirmationen & Verlust

Magische Vorboten? und der Tag danach

Vorboten

Am Donnerstag, den 14. August, war da dieser Schmetterling. Fast eine Stunde lang wich er mir nicht von der Seite, setzte sich auf Kopf und Schulter, flog kleine Runden und kehrte immer wieder zurück. In diesem Moment dachte ich noch: Vielleicht ist das Elsii, die mir ein Zeichen schickt. Doch rückblickend, nach allem, was geschehen ist, spüre ich: Vielleicht war es Manni selbst, der sich da schon leise verabschiedete.

Schmetterlinge sind mehr als nur schöne Insekten – sie gelten als Seelenboten, als Brücke zwischen den Welten. Und dieser eine war nicht wie die anderen, die man so im Sommer sieht. Er wirkte selten, fast zart und schimmernd, und er blieb ungewöhnlich lange bei mir. Keine flüchtige Begegnung, sondern wie ein stilles Wachen.

Heute erscheint es mir wie ein magisches Vorzeichen – eine stille Ankündigung dessen, was kommen sollte. Ein Gruß, ein Trost, ein letzter Wink: Du bist nicht allein.

Trauer, Organisation, Tränen und ein Nachbar der keine Grenzen oder Anstand kennt

Der Freitagmorgen begann mit Telefonaten, die ich führen musste, und mit einer Bestatterin, die wir schon von Elsii kannten: Jutta Schäfer. Allein ihr Name im Telefon war schon Trost und Erinnerung zugleich. Sie wusste, was zu tun war, sie nahm mir ab, wo ich nur hilflos im Nebel stand.

Doch während drinnen alles seinen schweren, aber notwendigen Lauf nahm, war da draußen das Gegenteil von Würde und Stille. Unser Nachbar – mit seinem eigenen, so offensichtlich verbitterten Leben – kniete heimlich hinter seinem Dachvorsprung an der Eingangstür, um jedes Wort aufzuschnappen. Ich habe das schon bei den Rettungseinsätzen gespürt, dieses heimliche Lauschen. Aber an diesem Tag, als der schwarze Wagen vorfuhr, als zwei schwarz gekleidete Frauen mit der schwarzen Trage vor unserem Haus standen, da war es besonders grausam. Ein Mensch, der in seinem eigenen unzufriedenen Leben gefangen ist, der nichts anderes tun kann, als dem Leid anderer nachzuspionieren. 

Armer Tropf….

Da war auch das Gefühl von Loslassen, von weiterführender Begleitung. Gespräche, die erledigt werden mussten. Papiere, die auf einmal wichtig wurden. Entscheidungen, die getroffen werden mussten.

Zwischen all dem Pflichtprogramm, zwischen schwarzem Wagen und Telefonklingeln, blieb immer wieder ein Moment der Stille. Ein Blick nach oben, zum Himmel, wo ich die Botschaft vom Vortag noch spürte. Der Schmetterling war nicht mehr da, aber sein stiller Gruß hielt mich.

Stille im Haus eingekehrt war, kam die Realität endgültig an. Und doch – wie so oft in solchen Momenten – schwankte ich zwischen Aktionismus und Tränen. Ich begann, aufzuräumen, wusch sogar Mannis Schmutzwäsche, als könnte ich damit Ordnung in das Chaos bringen. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, wie absurd das war. Aber vielleicht war es genau das: ein letzter Versuch, Halt zu finden.

Später dann hielten wir unser kleines Ritual ab – Fisch und Chips, wie immer mit Mesi, der an diesem Abend besonders nah bei uns war. Zwischen knusprigen Pommes und der Frage „Wie soll es jetzt weitergehen?“ entstand ein stiller Plan: Wie können wir es für Mesi gut machen? Wie können wir ihn in unser Rudel integrieren, ohne die beiden Hundeomas zu gefährden?

Doch so sehr wir uns bemühten, Normalität zu schaffen, die Nacht blieb unruhig. Um drei Uhr – wie schon die letzten Tage – wachte ich auf. Genau zur Zeit des Lungen-Meridians, der nach der TCM für die Trauer zuständig ist. Ein symbolischer, fast schon zynischer Hinweis des Körpers, dass es keinen leichten Weg gibt, durch diesen Abschied zu gehen.

Tränen, Chakren, Affirmationen & Verlust

Ein Déjà-vu, nur schlimmer

Kaum eine Woche nach der Entlassung begann alles von vorne.


Wie schon vor der letzten Krankenhauseinweisung: wieder Stürze.
Diesmal noch häufiger, noch unsicherer. Dazu diese merkwürdige Sprache, abgehackt, verworren – als würde er manchmal neben sich stehen.

Die Atemnot war heftig, schwer und hörbar. Ich sah, wie sehr er kämpfte, und gleichzeitig war klar: das System war überfordert. Für den Arzt galt er als „verbessert“, im Entlassungsbericht stand nichts über die Lungenentzündung, kein Wort darüber, ob sie ausgeheilt war oder nicht.

Zu Hause aber war nichts besser. Pflegedienst, Schriftverkehr, Anträge – all das lief, aber im Alltag wurde er immer schwächer. Ich war wachsam wie nie, jeder Schritt, jede Bewegung war ein Risiko.

Und während ich versuchte, irgendwie Struktur in diesen Wahnsinn zu bringen, wusste ich im Innersten schon: Wir sind am Rand.

Kämpfe, Gespräche – Gesprächsversuche – Krankenhaus, Patientenfürsprecher, Pflegedienst etc. 

Dann kam dieser Dienstag, der 12. August.

Zweimal war der Hausnotruf in kurzer Zeit da. Einmal hatte ich Glück, war zu Hause, konnte reagieren, mit auffangen, mit organisieren. Aber beim zweiten Mal war ich nicht da. Ausnahmsweise, und ausgerechnet an diesem Abend. Ich hatte mir etwas gegönnt: einen Qigong-Abend, mit Handpan, mit Musik, mit Lachen.

 

Gott sei Dank war Torsten da, mein Mann. Hat Manni hochgeholfen, mit dem Hausnotruf gesprochen, versucht Dinge in die Wege zu leiten, Manni zu helfen.

Am Mittwoch, dem 13., schien es erst wieder etwas besser. Ich war bei ihm, habe nach ihm geschaut, ihn unterstützt, vernebelt, versorgt – unsere kleinen Rituale, unser Alltag zwischen Fürsorge und dem Versuch, Normalität aufrechtzuerhalten.

Auch am Donnerstagmorgen, dem 14., war er ok, hat sich versorgt, sogar mit Mesi zusammen. Es wirkte fast normal.

Mittags war dann seine Ilona, vom Pflegedienst da. Mit einem neuen Kollegen, der dachte, er könne mit Mesi ein Gespräch führen. Ich hab Mesi und seine Bellerei gehört. Bin hingerannt und erst mal dafür gesorgt, das Mesi ins Häuschen gehen kann.

Manni war total atemlos, stand über seinen Rollator gebeugt im Flur und hat um Atem gerungen. Ilona hat ihm geholfen, er hat sich beruhigt und ich hab sogar Lachen zu mir rüber schallen hören.

 

Und dann kam der Donnerstagabend.

 

 

Ich war draußen im Garten, beim Gießen. Und während ich dort stand, hörte ich plötzlich dieses schwere, laute Atmen. Ungewöhnlich, auffällig. Ich hielt inne, lauschte, unsicher, ob ich mich täuschte.

Vielleicht wollte ich es nicht wahrhaben. Wenige Minuten später – ich weiß nicht, ob es zehn oder fünfzehn waren – sind Torsten und ich zu Manni gegangen. Durch Job und gießen waren wir später dran und es war Zeit, das Abendessen für Manni vorzubereiten.

Und haben ihn gefunden und sind maßlos erschrocken. 

Er lag im Rollator gekippt, halbsitzend, als hätte der Körper einen letzten Versuch gemacht, sich aufzurichten. Kein Atem mehr. Keine Bewegung. Nur eine tiefe Stille.

Aber ein ganz friediches, entspanntes Gesicht. Das ist mir als 1. aufgefallen.

Merkwürdig, worauf sich unser Gehirn in Krisenzeiten fokussiert.

Wir riefen den Rettungsdienst, begannen sofort mit der Reanimation. Minuten später waren die Sanitäter da, kurz darauf auch der Notarzt. Alles lief wie im Lehrbuch – schnelle Handgriffe, professionelle Abläufe. Doch inmitten dieser Versuche, sein Herz zurückzuholen, spürte ich es deutlich: Es gibt kein Zurück mehr. Nicht für Manni.

Nach einigen Momenten sprach ich es laut aus: „Lasst ihn gehen. Lasst ihn friedlich gehen.“

Manni hatte seine Entscheidung schon getroffen. Es gab kein Zurück mehr.

Die Sanitäter legten ihn behutsam wieder in sein Bett, sorgsam, fast zärtlich. Dafür war ich in diesem Moment unendlich dankbar.

Und dann begann der andere Teil dieser Nacht. Papierkram, Telefonate, Fragen. „Wen muss ich anrufen? Wie geht es weiter?“ Ich fühlte mich wie in einem Nebel, stand nur da, verwirrt, unfähig, wirklich klar zu denken. Zum Glück fiel schnell der Name Jutta Schäfer – unsere Bestatterin, die uns schon bei Elsii begleitet hatte.

Doch vorher musste ein Arzt kommen. Unsere Hausärztin war im Urlaub, also sollte der Amtsarzt gerufen werden. „Das kann dauern“, hatte man mir gesagt. Und so irrte ich draußen im Garten herum, unfähig zu sitzen oder zu stehen. Ich sah den Mond, die Sterne, griff nach jedem kleinen Halt, den dieser Himmel mir geben konnte.

Gegen halb eins kam er dann. Leitender Stationsarzt, wie er erzählte, war er früher. 

Er stellte nicht nur den Tod fest, er stellte Fragen. Viele Fragen. Fast wie eine Anamnese. Fragen, die ich im Krankenhaus erwartet hätte, von den behandelnden Ärzten. Und er gab mir sogar Hinweise, was eigentlich hätte passieren müssen, welche Schritte bei Mannis Krankengeschichte sinnvoll gewesen wären.

Zwischendurch sprach er offen über das System, über das, was im Hintergrund läuft. Dass in unserem Krankenhaus keine Ärzte mehr an der Spitze stehen, sondern reine Wirtschaftsleute. Dass Profit über Gesundheit geht. Dass Liegezeiten in Kategorien eingeteilt werden, mit dem klaren Auftrag, möglichst die kürzeste zu wählen. Und wenn es gar nicht anders geht, dann landet ein roter Aufkleber in der Patientenakte – ein stiller Befehl zur Entlassung.

Ich hörte ihm zu, und innerlich dachte ich nur: Genau das ist mein Gefühl gewesen. Genau das haben wir in den letzten Wochen erlebt.

So endete diese Nacht: mit der offiziellen Bestätigung von Mannis Tod – und mit dem bitteren Wissen, dass er nicht nur gegen seine Krankheit, sondern auch gegen ein System gekämpft hatte, das längst aus den Fugen geraten ist.