Mobile Tierheilpraxis

Kerstin Hartwigsen

Unser krankes Krankensystem

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Vorboten

Die Woche vor dem 31. Juli war geprägt von Stürzen, Unsicherheit und Momenten, die nicht zu Manni passten. Plötzlich eine merkwürdige Sprache, ein ganz anderes Verhalten. Für mich war klar: irgendetwas stimmt nicht.

31. Juli – Krankenhaus

Der Notdienst brachte Manni in die Notaufnahme. Ein Assistenzarzt, offensichtlich überfordert, rief im Vorbeigehen nur „Lungenentzündung!“ – und verschwand wieder. Aufgenommen wurde er trotzdem, doch das Wochenende stand bevor: kein Arzt, kein Gespräch, keine echte Information.

Zwischen Akten und Anschuldigungen

Statt um den Patienten drehte sich plötzlich alles um Formalien. Schriftverkehr, Diskussionen, Patientenfürsprecher – als ginge es darum, Schuldige zu suchen, nicht um Hilfe zu leisten. „Sie waren nicht da.“ „Wir haben Sie nie gesehen.“ Worte, die mehr verletzten als unterstützten.

7. August – Entlassung

Nach nur einer Woche hieß es: „verbesserter Allgemeinzustand“. Doch was heißt schon „verbessert“? Kein Hinweis, ob die Lungenentzündung ausgeheilt war. Kein klarer Plan, wie es weitergehen sollte. Nur ein Zettel, ein Datum – und wir standen wieder alleine da.

Vor gut einer Woche ahnte ich nicht, wie nah wir schon am Ende waren. Die Entlassung brachte uns keine Sicherheit, sondern eine neue Unsicherheit.

 

Was danach kam – die letzte Woche zu Hause, die Kämpfe, die Hilflosigkeit – führte direkt in die letzte große Prüfung meines Lebens mit Manni.

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Trauer und Umgang mit dem Abschied

Nach Elsiiis Beerdigung war klar: Wir mussten uns neu finden.
Zwischen Trauer und Alltag entstanden kleine Rituale – gemeinsame Mahlzeiten, Spaziergänge, Momente im Garten. Sie haben uns getragen, ein Stück Halt gegeben, wo so vieles zerbrochen war.

 

Doch schon damals zeigte sich: Manni’s Kräfte schwinden.
Die Atmung fiel schwerer, die Lungenerkrankung und die Trauer forderten ihren Tribut. Trotzdem haben wir versucht, Normalität zu bewahren – mit Lachen, Gesprächen, kleinen Lichtblicken.

 

Für mich begann ein ständiger Spagat: Tochter sein, Halt geben, selbst Halt suchen.
Wir lebten – und wussten doch, dass diese Zeit endlich ist. Ein Leben im Hier und Jetzt, getragen von Liebe, aber auch von der stillen Gewissheit des Abschieds und der Trauer um Elsii.

Nur wenige Monate nach Elsiiis Tod kam der nächste Schlag.
Manni musste ins Krankenhaus. Sein Atem war schwer, seine Kräfte ließen nach – und ich spürte, wie sehr ihn nicht nur die Krankheit, sondern auch der Verlust von Elsii belastete.

Es war ein verzweifelter Versuch, Unterstützung zu bekommen. Ein Antrag auf Kurzzeit-Reha, auf Hilfe, auf eine kleine Atempause. Doch selbst in dieser Zeit war klar: Wir würden noch viele Kämpfe bestehen müssen – und keiner davon würde leicht werden.

Alltag im Ausnahmezustand

Zwischen all dem haben wir versucht, Normalität zu organisieren: Kontakte mit dem medizinischen Dienst, Pflegegrad erhöhen, Pflegedienst einbinden, Tourenpläne abstimmen, Notrufknopf, Medikamente, Inhalationen, kleine Wege, viel Sitzen im Garten.
Es wurde langsamer. Es wurde mehr. Und doch haben wir gehalten, was ging.

Zeitleiste, die uns hierher führte:
Ende Juli kam Manni erneut ins Krankenhaus, eine Woche später (am 7.) wurde er entlassen – gefühlt zu früh,
und am 14. wurde es still.

Damit sind wir im Jetzt angekommen – und ich erzähle im nächsten Abschnitt, wie diese letzten Tage wirklich waren: die Zeichen, die Entscheidungen, die Trauer – und was mich trotz allem getragen hat.

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Wenn Zeichen sprechen

Federn, als stille Zeichen oder „Die haben doch die Latten falsch angenagelt“

Früher habe ich über Zeichen und Botschaften nur den Kopf geschüttelt.
Wenn Menschen erzählten, dass sie Federn als Botschaft vom Himmel sehen, habe ich gedacht: ihr habt doch einen an der Waffel. Für mich war das esoterischer Quatsch.

Doch dann kam Chiara – mein Seelenhund. Wir nannten sie liebevoll Kiki.
Ihr Tod war ein tiefer Einschnitt in mein Leben, ein Wendepunkt. In dieser Zeit begann ich, Dinge wahrzunehmen, die ich nicht mehr wegdiskutieren konnte. Federn – überall.

Manchmal schwebte eine einzige Feder direkt vor meiner Nase zu Boden. Ohne Vogel in der Nähe, ohne Erklärung. Manchmal lagen sie so präsent auf meinem Weg, dass ich sie nicht übersehen konnte. Und manchmal fand ich gleich 30, 40, 50 Federn auf einmal.
Das war nicht „normal“. Irgendwann musste ich anerkennen: da ist mehr.

Ein Freund sagte damals: „Das sind Botschaften vom Universum, von Engeln.“
Ich konnte nicht mehr widersprechen. Denn die Zeichen waren einfach zu deutlich.

Als meine Mutter Elsii starb, war mir klar:

auch hier brauche ich ein Band. Ich saß an ihrem Bett, ganz allein mit ihr, und sprach zu ihr. Ich sagte:
„Wenn du gehen willst, ist das okay. Ich werde dich vermissen, ich werde traurig sein. Aber ich lasse dich los. Wenn du bleiben willst, gebe ich dir alle meine Kraft.“

Und dann habe ich sie gebeten:
„Schick mir bitte Zeichen, so wie Kiki. Schick mir Federn. Ich brauche etwas Handfestes.“

Und Elsii hat geantwortet – nicht in Worten, aber durch Botschaften. Federn, die mir den Weg kreuzten, Zeichen, die mich begleiteten. Lange Zeit. 
Bis es still wurde. Wochenlang kam nichts mehr. Und ich fragte mich: war’s das? Habe ich etwas übersehen?

Dann kam eine neue Welle an Botschaften – ganz besonders, ganz anders.

Rehe die mich in der Morgenrunde begleiten. Benny – „unser Rehböckchen“ – der aufgetaucht ist, als unser Ben Bär (Schäferhund) gestorben war und einiges mehr.

Sie waren Boten – Vorzeichen – von denen ich noch nicht wußte, was sie bringen würden.


Und diesmal waren die Zeichen anders, größer, klarer, manchmal auch verwirrender. Als wollte das Leben sagen: Schau hin. Hör zu. Vertraue.

Das ist der Anfang meiner Reise mit den Zeichen. Eine Reise, die mit Unglauben begann und mich heute trägt.

Im nächsten Teil erzähle ich dir von dieser besonderen Zeit nach Mannis Tod – von den Störchen, den Schmetterlingen und den Momenten, in denen Frequenzen und Klang meine Trauer berührt haben.

Hinweis

Ich erzähle hier von meinen persönlichen Erfahrungen mit Zeichen, Ritualen und Frequenz Anwendungen.

Das sind keine medizinischen Aussagen oder Heilversprechen, sondern mein individueller Weg, der mir in meiner Trauer Kraft gibt.