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Silvester mit Hund: Warum August ein ziemlich guter Zeitpunkt ist, anzufangen

Kerstin Hartwigsen18. August 2026

Silvester ist im August ungefähr so präsent wie die Winterjacke. Draußen ist Sommer, der Hund liegt vielleicht im Garten und niemand hat große Lust, über Böller, Feuerwerk und den 31. Dezember nachzudenken.

Verstehe ich.

Und genau deshalb ist jetzt ein ziemlich guter Zeitpunkt, damit anzufangen.

Nicht, weil du deinen Hund ab August fünf Monate lang auf Silvester drillen sollst. Sondern weil du jetzt etwas hast, was dir Ende Dezember keiner mehr schenken kann: Zeit.

Zeit, deinen Hund genauer anzuschauen. Zeit, Dinge auszuprobieren. Zeit, auch mal festzustellen, dass etwas überhaupt nicht passt. Und Zeit, einen Schritt zurückzugehen, ohne dass draußen schon die ersten Raketen fliegen.

Silvester kommt schließlich, völlig überraschend, auch 2026 wieder am 31. Dezember.

Silvester fängt nicht an Silvester an

Wenn ein Hund an Silvester deutlich reagiert, sehen wir am 31. Dezember oft nur die Spitze.

Er rennt durch die Wohnung, hechelt, bellt, möchte sich verstecken, klebt an seinem Menschen oder ist plötzlich auffällig still. Und dann beginnt verständlicherweise die Suche nach einer Lösung.

Was können wir jetzt noch tun? Was könnte ihm helfen? Was braucht mein Hund?

Das sind völlig berechtigte Fragen. Nur lassen sie sich wesentlich besser beantworten, wenn ich nicht erst damit anfange, meinen Hund zu beobachten, wenn er bereits komplett im Stress ist.

Genau deshalb interessiert mich im August zunächst etwas viel Unspektakuläreres: Wie geht dieser Hund grundsätzlich mit neuen, plötzlichen oder unangenehmen Reizen um?

🐾 Wie reagiert er, wenn irgendwo unerwartet etwas scheppert?

🐾 Wie schnell findet er danach wieder zurück in seinen normalen Zustand?

🐾 Sucht er Orientierung bei seinem Menschen oder wird er immer hektischer?

🐾 Geht er eher weg, wird er laut, friert er ein oder wirkt er nach außen fast unauffällig?

🐾 Ist er noch ansprechbar oder ist der Kopf in diesem Moment längst woanders?

Ich muss daraus nicht sofort ein riesiges Problem machen. Aber ich bekomme ein Gefühl dafür, wo dieser Hund steht.

Und das ist verdammt wertvoll.

Suse hat mir das sehr deutlich beigebracht

Unsere Suse kam aus Rumänien und hatte vieles von dem, was für uns völlig normal ist, schlicht nicht ausreichend kennengelernt.

Autos waren anfangs ein Riesenthema. Dafür musste kein LKW hupend an ihr vorbeifahren. Ein geparktes Auto konnte reichen, um sie so hochzufahren, dass sie mich fast von den Füßen gerissen hat.

Als Mensch ist man schnell dabei, eine Geschichte darüber zu erfinden. Tierschutzhund, große Reaktion, da muss doch ganz sicher etwas Schlimmes passiert sein.

Kann sein.

Muss aber nicht.

Ein Hund kann vor etwas große Unsicherheit haben, weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat. Er kann aber genauso Schwierigkeiten haben, weil ihm Erfahrungen fehlen und sein System überhaupt keine vernünftige Schublade für diese Situation hat.

Also haben wir das Auto nicht zu einem großen Drama gemacht. Wir haben es in kleine Schritte zerlegt.

Am Auto vorbeigehen. Eine offene Tür. Reinschauen. Rein und wieder raus. Die Transportbox kennenlernen. Irgendwann den Motor anmachen. Später kurze Fahrten.

Nicht spektakulär. Kein Vorher-Nachher-Wunder innerhalb von drei Minuten. Einfach Wiederholung, Beobachtung, Geduld und Vertrauen.

Und immer wieder die Frage: Kann Suse mit diesem Schritt gerade umgehen?

Nicht: Was müsste sie meiner Meinung nach inzwischen endlich können?

„Da muss er durch" ist für mich kein Konzept

Genau an diesem Punkt wird bei Angst und Unsicherheit gerne etwas verwechselt.

Nur weil ein Hund eine Situation irgendwie aushält, heißt das noch lange nicht, dass er dabei etwas Sinnvolles gelernt hat.

Wenn ein Reiz so groß ist, dass im Hund bereits alles auf Alarm steht, muss ich mich nicht wundern, wenn Lernen schwierig wird.

Das gilt beim Auto genauso wie später bei Geräuschen.

Wenn ich mit einem Hund Geräusche üben möchte, bedeutet Gewöhnung für mich nicht, eine Bölleraufnahme immer lauter zu drehen, bis er irgendwann nicht mehr sichtbar reagiert. Ich fange dort an, wo der Hund noch damit umgehen kann. Und von dort aus kann ich weiterarbeiten.

Das ist weniger sexy als „In drei Tagen böllerfest".

Aber ich habe auch kein Interesse daran, meinen Hund für einen Werbeslogan passend zu machen.

Im August darf noch etwas nicht funktionieren

Das ist für mich der eigentliche Luxus.

Wenn du jetzt anfängst hinzuschauen, darfst du merken: Das war zu viel.

Du darfst einen Schritt zurückgehen. Du kannst andere Wege ausprobieren. Du kannst dir Unterstützung dazuholen. Du kannst beobachten, ob vielleicht auch gesundheitliche Themen oder der allgemeine Stresslevel eine Rolle spielen. Und wenn bei deinem Hund starke Angst ein Thema ist, hast du Zeit, das auch tierärztlich vernünftig zu besprechen, statt am 31. Dezember irgendeine Notlösung organisieren zu müssen.

Vor allem aber lernst du deinen Hund besser kennen.

Ich habe mit Suse selbst oft genug lernen müssen, dass meine erste Einschätzung nicht automatisch richtig ist. Erfahrung bedeutet für mich heute nicht, dass ich allwissend neben dem Hund stehe.

Erfahrung bedeutet, genau hinzuschauen, meine Entscheidung zu überprüfen und sie zu ändern, wenn der Hund mir zeigt, dass etwas anderes gebraucht wird.

Auch Werkzeuge lerne ich kennen, bevor ich sie dringend brauche

Ich arbeite gerne mit unterschiedlichen Werkzeugen. Und ich weiß sehr genau, was ich mit meinen Werkzeugen tun kann.

Im Garten ist das für jeden selbstverständlich. Da stehen Gartenschere, elektrische Gartenschere, Kettensäge und anderes Zeug, weil unterschiedliche Aufgaben eben unterschiedliche Werkzeuge brauchen.

Natürlich könnte ich versuchen, alles mit einer Nagelschere zu schneiden.

Kann ich.

Wäre nur ziemlich bescheuert.

Nur wenn es um Wohlbefinden, Körper, Geist und Seele geht, finden Menschen Werkzeuge plötzlich gerne suspekt. Für mich ergibt das keinen Sinn.

Aber auch das beste Werkzeug ersetzt nicht das Hinschauen.

Und ich packe ein Werkzeug, das ich in einer schwierigen Situation einsetzen möchte, nicht am 30. Dezember zum ersten Mal aus und hoffe, dass sich am nächsten Abend alle Probleme in Wohlgefallen auflösen.

Das kannst du knicken.

Was du jetzt tatsächlich tun kannst

Du musst heute noch keinen Trainingsplan schreiben und auch nicht den gesamten Dezember durchplanen.

Beobachte deinen Hund im Alltag ein bisschen genauer.

Nicht extra erschrecken. Nicht künstlich Krach machen. Nicht hektisch anfangen, zehn Dinge gleichzeitig auszuprobieren.

Schau einfach hin, wenn das Leben sowieso etwas Unerwartetes produziert.

Wie reagiert dein Hund? Und vor allem: Wie findet er danach wieder zurück?

Darauf können wir aufbauen.

Denn in den nächsten Monaten werden wir hier genau darüber sprechen: wie Angst unterschiedlich aussehen kann, warum Hunde unter starkem Stress kaum noch vernünftig lernen, was Gewöhnung tatsächlich bedeutet, warum Tierschutzhunde nicht automatisch alle traumatisiert sind und wie eine sinnvolle Vorbereitung auf Silvester aussehen kann.

Nicht mit Panik.

Nicht mit Wunderlösungen.

Sondern Stück für Stück.

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Wenn du für deinen Hund nicht erst Ende Dezember anfangen möchtest, kannst du mit „Silvester Startklar mit Hund" jetzt schon einen ersten Schritt machen.

Du beantwortest mir zuerst vier Fragen zu deinem Hund und eurer Situation. Ich schaue mir deine Antworten persönlich an und du bekommst von mir eine kurze Einschätzung dazu, wo ich euch gerade sehe und wo es Sinn ergeben könnte, genauer hinzuschauen.

Danach bekommst du den passenden Guide von mir.

Und wenn wir dabei merken, dass mehr Unterstützung sinnvoll wäre, gibt es nicht nur einen einzigen Weg. Je nach Hund und Situation kann es um Verhalten gehen, um Frequenzen, Bachblüten, weitere Unterstützung aus meiner Arbeit oder darum, einen guten Hundetrainer mit ins Boot zu holen.

Es geht nicht darum, dir auf Biegen und Brechen irgendetwas zu verkaufen. Es geht darum, herauszufinden, was für diesen Hund sinnvoll sein könnte.

Und dafür ist August ziemlich komfortabel. Wir haben noch Zeit.

Du musst heute keinen perfekten Silvesterplan haben

Mit Silvester Startklar mit Hund bekommst du von mir einen kurzen Fahrplan und vier Fragen zu deinem Hund und eurer Situation, kostenlos. Der erste Schritt, bevor irgendwo der erste Böller fliegt.

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