🎙️ Real TalkDu hast nicht zu wenig gemacht. Du hast alles gemacht, nur nie in einer Linie
Du hast nicht zu wenig gemacht. Du hast alles gemacht, nur nie in einer Linie.
Wenn du mit deinem Hund schon eine Weile unterwegs bist, dann kennst du das. Du sitzt abends da, scrollst durch die Fotos von Befunden, Futtersäcken und Fläschchen, und irgendwo kommt der Gedanke hoch: Hab ich was verpasst? Hätte ich mehr machen müssen?
Ich sag dir, was ich nach sieben Jahren Praxis dazu denke. Nein. Zu wenig gemacht hat kaum eine, die bei mir landet. Eher im Gegenteil.
Wer bei mir ankommt
In einem meiner Webinare hab ich das mal so gesagt, und dazu steh ich heute noch genauso:
„Die meisten, die zu mir kommen, sind genervt und gestresst, weil die eine wahre Odyssee hinter sich haben, waren schon bei Pontius und Pilatus, waren bei Tierärzten, bei Kliniken, verschiedenen Tiertherapeuten, Ernährungsberatern, was auch immer. Und nichts hat wirklich geholfen.“
Und gleich hinterher hab ich gesagt, dass ich kein Tierarzthasser bin. Im Gegenteil. Ich find es richtig gut, wenn wir zusammenarbeiten können. Da hat keiner versagt. Weder du noch die Leute, bei denen du warst.
Aber schau dir die Liste mal an. Das ist keine Liste von Menschen, die faul sind. Das ist eine Liste von Menschen, die verdammt viel probiert haben. Mit Zeit, mit Geld, mit Nerven, mit schlaflosen Nächten.
Davor hab ich Respekt. Ehrlich.
Was trotzdem gefehlt hat
Jeder Baustein für sich kann Sinn ergeben. Das Spezialfutter. Die Kräuter. Das Pulver für den Darm. Der Tipp aus der Hundegruppe. Die Therapeutin, die mit was ganz anderem kam.
Nur liefen die Sachen oft nebeneinander her. Jeder hat sich sein Stück angeschaut, und zwar ordentlich. Aber keiner hat die Stücke aufeinandergelegt.
Und dann passiert was ganz Banales. Wird es besser, weißt du nicht, warum. Wird es schlechter, weißt du auch nicht, warum. Also kommt das nächste Mittel dazu. Und noch eins. Irgendwann kriegt dein Hund so viel gleichzeitig, dass keiner mehr sagen kann, was davon was macht.
Bei mir ist deshalb eine der ersten Fragen ziemlich unspektakulär: Was kriegt der eigentlich alles? Und wenn wir das auf dem Tisch haben, wird oft erst mal sortiert und weggelassen, bevor irgendwas Neues dazukommt.
Der Satz einer Kundin
Neulich saß ich bei einer Kundin, es war ein richtig schöner, ruhiger Termin. Und dann hat sie einen Satz gesagt, den hab ich mir hinterher direkt in meine Notizen gesprochen:
„Wir alle sind irgendwie abtrainiert worden, zu denken und selbst zu handeln.“
Alter. Das saß.
Sie hat nicht „ich“ gesagt. Sie hat „wir alle“ gesagt. Und ich glaub, da hat sie recht.
Wir sind es gewohnt, abzugeben. Dein Hund hat was, du gehst wohin, du kriegst was mit, du machst das so. Das ist ja auch erst mal richtig. Nur wenn das jahrelang so läuft, passiert nebenbei was anderes: Du hörst auf, deinem eigenen Hinschauen zu trauen.
Du merkst vielleicht, dass er nach bestimmten Tagen anders drauf ist. Dass er nach Trubel im Haus wieder kratzt. Und dann denkst du: Ach, bin ja keine Fachfrau. Wird schon nix sein.
Doch. Das kann was sein. Genau das ist oft das Puzzleteil, das auf keinem Befund steht.
Du bist die, die ihn jeden Tag sieht
Ich seh deinen Hund bei einem Termin. Du siehst ihn jeden Morgen, jeden Abend, nach jedem Spaziergang, in jeder Nacht, in der er nicht zur Ruhe kommt. Kein Mensch auf der Welt hat so viel Material über deinen Hund wie du.
Das Problem ist nicht, dass du nichts siehst. Das Problem ist, dass du gelernt hast, es kleinzureden.
Deshalb arbeite ich mit Tagebuch. Nicht weil ich gern Hausaufgaben verteile. Sondern weil ich will, dass du wieder aufschreibst, was du siehst, und wir es dann gemeinsam anschauen. Was hat er gefressen. Wie war der Kot. Was war los. Wie warst du drauf.
Klar sag ich dir, was dran ist. Manchmal sogar tagegenau, wenn es für dich gerade zu viel auf einmal ist. Aber ich nehm dir das Denken nicht ab. Ich will, dass du es zurückkriegst.
Denn am Ende bist du die, die mit deinem Hund lebt. Nicht ich.
Warum das nicht gemütlich ist
Ich sag dir auch ehrlich: Das ist anstrengender als das nächste Mittel bestellen.
Ein neues Fläschchen fühlt sich nach Handeln an. Es kommt mit der Post, du kannst was tun, und für ein paar Tage hast du Hoffnung. Hinschauen, aufschreiben, weglassen, abwarten, das fühlt sich erst mal nach weniger an. Ist es aber nicht.
Und es gibt Leute, für die ist das nix. Die wollen, dass jemand sagt: Gib das, dann ist gut. Dann passen wir nicht zusammen. Und das sag ich lieber am Anfang als nach drei Monaten.
Aber wenn du merkst, dass du dich seit Monaten oder Jahren im Kreis drehst, obwohl du alles gibst, dann liegt es nicht an deinem Einsatz. Dann fehlt die Linie. Und eine, die mit dir draufschaut, ohne dass du dein eigenes Gefühl am Eingang abgeben musst.
Wo du anfangen kannst
Genau dafür hab ich meine kostenlose Masterclass „Warum dein Hund nicht weiterkommt“ gemacht. Da zeig ich dir, wo ich bei Hunden hinschaue, bei denen schon viel gelaufen ist. Und du kannst dir in Ruhe anschauen, wie ich arbeite.
Danach entscheidest du, ob das zu dir passt.
Deine Kerstin
Warum dein Hund nicht weiterkommt
Meine kostenlose Masterclass für dich, wenn du mit deinem Hund schon richtig viel probiert hast und trotzdem auf der Stelle trittst. Da zeig ich dir, wo ich bei solchen Hunden hinschaue.
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