📋 FallberichteEr hat sich jahrelang blutig gekratzt. Mein erster großer Juckreiz-Fall
Im August 2019 stand ich zum ersten Mal bei ihm im Wohnzimmer. Ein Dobermann-Schäferhund-Mix aus Sardinien, sechs Jahre alt, 40 Kilo. Mit 18 Monaten aus dem Tierschutz zu seinen Menschen gekommen. Und gejuckt hat er, so stand es im Anamnesebogen, „von Anfang an“.
Der hat sich seit Jahren gekratzt. Teilweise blutig.
Das war 2019, und er war einer meiner ersten richtig großen Juckreiz-Fälle.
Was schon alles gelaufen war
Seine Menschen hatten nicht geschlampt. Im Gegenteil. Tierarzt, mehrere Blutuntersuchungen, kurz vor mir noch ein Tierdermatologe. Im Frühjahr 2019 ein Allergietest. Daraufhin Desensibilisierung. Geändert hat sich am Juckreiz trotzdem nicht viel. Im Frühjahr und Sommer war es am schlimmsten, im Winter ging es manchmal.
Und der Juckreiz war nicht alles. Er war ein mäkeliger Fresser, wollte morgens oft gar nichts, hat viel Kot abgesetzt. Er hatte Angst vor Männern und tat sich mit Kontakt schwer, auch mit seinen eigenen Menschen.
Wie ich angefangen hab
Beim ersten Termin hab ich mir den Hund angeschaut, das Futter und den Alltag. Dann Bioresonanz und eine erste Regulation. Die musste ewig laufen, so stark hat er darauf reagiert.
Danach hab ich das Futter auseinandergenommen, mit Bioresonanz gearbeitet, Vitalpilze ganz langsam eingeschlichen und gleichzeitig angefangen, genauer auf seinen Alltag zu schauen.
Das Trockenfutter flog als Erstes raus, da war zu viel drin, worauf er in der Testung reagiert hat. Die Snacks mit Weizen auch. Nach dem Baden im See wurde er mit klarem Wasser abgespült. Und nach der Hundeschule war jedes Mal mehr Juckreiz da, also hab ich mir die genauer angeschaut.
Die Pilze
Hier steht in meinen Notizen ganz nüchtern, was passiert ist.
Die erste Mischung hab ich in Mini-Mengen angefangen. Danach war deutlich mehr Juckreiz dokumentiert, so viel, dass ich abgebrochen hab. Erst mal nur Bioresonanz, Akupunktur und ein Spray für die Haut, damit er zur Ruhe kommt.
Dazu muss ich was sagen: Vitalpilze können Erstreaktionen zeigen, und dazu kann auch verstärkter Juckreiz gehören. Kann passieren, muss nicht. Genau deshalb schleiche ich so langsam ein und schaue hin.
Die zweite Mischung ging nur in winzigen Schritten. War er ein paar Tage stabil und ich hab minimal erhöht, war wieder mehr Juckreiz da. Und manchmal kam der Juckreiz zurück, ohne dass wir irgendwas verändert hatten.
Ende August erzählten mir seine Menschen, dass er sich anderen Hunden gegenüber plötzlich aggressiv verhält. Das passte überhaupt nicht zu ihm. Abgenommen hatte er auch.
Stress mit reinnehmen
Im November 2019 hab ich den Stress mit in den Plan genommen. Rescue-Tropfen jeden Tag auf die Ohrspitzen, vor der Hundeschule auch mehrmals. Eine Globuli-Mischung gegen Stress, das Hautspray regelmäßig. Und den Pilz gab es nicht mehr als Kapsel, sondern als doppelten Sud.
Von Ende Dezember bis Mitte Januar ging es ihm richtig gut. Er hat zugenommen, war entspannter, und in meinen Notizen steht: Er grinste wieder, hatte Lebensfreude und spielte endlich wieder.
Und noch was steht da, schon aus den ersten Wochen: Er hat von sich aus Körperkontakt zu seinen Menschen gesucht. Sich angekuschelt. Einmal anderthalb Stunden Schmusen am Abend. Das war vorher undenkbar.
Bei den Pilzen hab ich am Ende seine eigene Menge gefunden. Eine halbe Kapsel morgens und abends, mehr hat er von dieser Mischung nicht vertragen. Das war dann eben seine Dosis.
Und noch eine Beobachtung aus dem Februar 2020: Wenn er zurückgefallen ist, reichte oft eine Sitzung, um ihn wieder einzufangen. Vorher brauchte es mehrere, teilweise sehr lange.
Der Alltag hat mitgeredet
Gut war es damit nicht für immer. Der Juckreiz kam in den nächsten zwei Jahren immer wieder. Seine Halterin hat mir jedes Mal geschrieben, was am Tag davor los war. Und so stehen in der Akte Dinge, die auf keinem Befund auftauchen:
- Im März 2020 hat er abends das Futter verweigert. In der Testung ging es um Waschmittel. Später tauchten Tenside nochmal auf, und irgendwann wurde seine Wäsche ohne Waschmittel gewaschen.
- Im Juli 2020 ein heftiger Vorfall mit dem Zweithund am See. Am nächsten Tag mehr Juckreiz. Herrchen war auch angespannt, und Lavendel gab es dann für beide.
- Im September 2020 hat er sich beim Schwimmen am Ohr an einem Angelhaken verletzt. Auf die Cortisonsalbe danach folgten mehr Juckreiz und Unruhe.
- Im Februar 2021 juckte er mehr und war nachts unruhig. In dieser Nacht hatte ein Feuermelder mit leerer Batterie gepiepst.
- Im Mai 2022 war viel Besuch mit Hunden im Haus. Er war völlig daneben, die Hinterbeine haben gezittert.
Das sind Beobachtungen, die zeitlich zusammenfielen. Was davon wie viel ausgemacht hat, kann ich dir nicht sagen. Aber im August 2020 steht in meinen Notizen ein Satz, der über allem steht: Veränderungen im Alltag bringen ihn durcheinander.
Noch mal anders hingeschaut
Im Herbst 2020 hatten wir richtig viel optimiert. Futter, Waschmittel, Pilze, Stress. Und er knabberte trotzdem ständig an sich herum. Nicht überall, sondern vorne an den Beinen bis runter zu den Pfoten, an den Oberschenkeln, an der Schulter.
Da hab ich mir die Frage gestellt: Juckt das wirklich, oder knabbert er an den Gelenken, weil ihm was weh tut? Schon im Sommer war mir aufgefallen, dass er empfindlich an der Wirbelsäule war, sich zurückzog und hinten rechts lahmte.
Dazu kam das Blutbild vom Juni 2020. B12 war zu niedrig und ein Wert der Bauchspeicheldrüse auffällig. Damit kam die Verdauung von einer ganz anderen Seite ins Bild. Eine Kollegin gab mir den Tipp mit Verdauungsenzymen, die haben wir dann ausprobiert.
Im Februar 2021 hab ich mir nach der Testung notiert: Die Allergie war nur noch das kleinste Thema. Mehr zeigte sich im Bewegungsapparat.
Nach anderthalb Jahren Arbeit an Futter, Haut und Allergie musste ich also noch mal von vorne hinschauen. Dazwischen und danach kamen noch andere Dinge dazu: Magnete unter dem Futternapf, die ich mit Bioresonanz geprägt hatte, Schüßler-Salze, Öle und für eine Zeit eine Magnetfeldmatte. Und auch da hab ich weiter beobachtet und angepasst.
Was davon geblieben ist
Dieser Fall hat fast drei Jahre in meiner Akte gefüllt. Es gab keinen Moment, an dem alles auf einmal gut war. Es gab viele kleine Stellschrauben, viel Beobachten, viele Nachrichten von seiner Halterin und viel Anpassen.
Deshalb interessiert mich heute bei einem Juckreiz-Hund nicht nur seine Haut. Ich will wissen, was er frisst, wie sein Bauch läuft, wie er sich bewegt, was zu Hause los ist und was sich verändert hat. Denn manchmal liegt genau da das Puzzleteil, das vorher keiner auf dem Schirm hatte.
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Deine Kerstin
Der Juckreiz ist nicht DAS Problem
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